Endstation (verwunschener) Park

Einst war der Pelham Bay Park die Heimstätte der Lenape-Indianer und die Gegend entlang des Ufers war ein beliebter Ort für Bestattungen. (Nach der Aufbahrung wurden die Lenape fünfzehn bis fünfundvierzig Zentimeter tief im Boden in einer fötalen Liegeposition ruhend vergraben. Der Pelham Bay Park wurde zu einem beliebten Ort für die Beisetzung von menschlichen oder tierischen Überresten.

Eigentlich ist David Kozlow ein cleverer und abgeklärter Polizeibeamter. Als er aber auf einer ganz gewöhnlichen Streifenfahrt zwei Männer sah, wie sie aus dem Gebüsch des Pelham Bay Parks hervorkamen, mit den Händen voller Blut, wusste er nicht wirklich, was er denken sollte. In diesem Fall, war der naheliegende Gedanke auch der richtige: Außerhalb der Sichtweise lag ein dritter Mann auf dem durchfrorenen Boden. Man hatte ihm sieben Mal in den Kopf geschossen und neunzehn Mal in die Brust gestochen.

Aber die erste Frage, die Officer Kozlow den beiden Männern an diesem Tag im Januar stellte, lautete: „Werde ich da irgendwelche toten Tiere finden?“
Seiner Erinnerung zufolge antworteten sie beide genau gleichzeitig, ‚Nein, Nein’.
Die Unsicherheit des Officers war nur allzu verständlich. Der Pelham Bay Park, eine pflanzenreiche and sumpfige Oase inmitten der Bronx, war für lange Zeit eine Grabstätte für menschliche Gebeine. Seit kurzem ist der Park nach Angaben der Polizei auch eine Stätte für die Erbringung ritueller Tieropfer.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den Tötungen der Tiere um eine Art religiöses Ritual handelt. Wer hierfür aber die Verantwortung trägt und ob die Opfer möglicherweise im Zusammenhang mit den Santeria stehen, einer afro-karibischen Religion, deren Mitglieder oft Tieropfer erbringen, darüber möchte keiner spekulieren. „Die Rituale kommen nicht ständig vor“, so Detective Sgt. William Larkin vom 45. Bezirk, zu dem auch der Park gehört. „Sie machen es nur manchmal. Für die Öffentlichkeit besteht dabei keine Gefahr.

Viel ominöser und weitaus bedrohlicher sind für die Polizei dagegen die verschiedenen menschlichen Opfer, die man hier fand. 1989 wurde der Leichnam von Shamira Bello, einem vierzehnjährigen Mädchen aus der Bronx, hier von Alejandro Henriquez hinterlassen, einem Taxifahrer, den man in jenem Sommer wegen dem Mord an ihr und zwei weiteren Menschen schuldig sprach.

Drei Jahre zuvor fand man die Leiche von Annette Rosario, 16, in der Nähe des Orchard Beach und die Polizei befragte Henriquez hierzu, obwohl sie mittlerweile davon ausgeht, dass mehr für einen anderen Verdächtigen spricht.
Am 4. Januar 1990 wurden die Leichen der beiden Brüder William und Richard Porter etwa eine Meile entfernt im Park entdeckt. William, 12, war entführt worden. Man schnitt ihm seinen Finger ab und schickte ihn an seine Familie. Die Polizei erklärt, dass man Richard mehrere Male in Kopf und Brust geschossen hatte und die Polizei fand 2.239 Dollar in seiner Tasche. Alberto „Alpo“ Martinez und ein Komplize hatten ihn ermordet. „Ja, ich tötete Rich. Es war nichts Persönliches. Es war einfach das Geschäft.“ Alberto Martinez gab an, dass ein Komplize dann zwei Schüsse auf Porter abgab. „Er wollte einfach nicht sterben, deshalb schoss ich ihm in den Kopf.“ Alpo sagte, das er und sein Auftragskiller den Leichnam im Auto von Harlem nach City Island brachten, wo sie den Leichnam in die Büsche warfen.

Es gibt eine Reihe von möglichen Gründen, aus denen der Pelham Bay Park ein so beliebter Ort für die Entsorgung von menschlichen und tierischen Überresten geworden ist. Als wichtigste nennt Sergeant Larkin die Abgeschiedenheit und die Lage: „Es ist eine entlegene Gegend, die zudem noch inmitten der Highways liegt“, sagte er. Der Park, so meint er, „bietet ihnen den Schutz der Dunkelheit.“ Dabei fügte er hinzu: „Es ist ein abgelegenes, ödes Stück Land. Daneben ist es auch eine vollkommen menschenleere Gegend.Officer Kozlow sprach sich für eine zweite Theorie aus: „Vielleicht sind es die Geister, von denen sie sich angezogen fühlen.

Mehr über Geister …

Wenn Sie schon ins Auge gefasst haben, an Halloween mal als Geist durch die Bronx zu ziehen,
dann seien Sie auf der Hut: Sie werden nicht der einzige sein.

In vielen der Geistergeschichten rund um die Bronx kommen die Indianer vor. Wanderer, die im Pelham Bay Park den Siwoney-Pfad entlang liefen, berichteten von den Geräuschen rennender Füße. Weit und breit war aber kein Läufer zu sehen. Der Legende nach sind dies die Schritte eines indianischen Mädchens, das im Jahr 1776 die Split Rock Road hinunter rannte, um die amerikanischen Kolonisten auf die Masten der britischen Schiffe hinzuweisen, die aus Richtung Manhattan auf sie zukamen.
Dank ihrer Warnung gelang General George Washington die Flucht aus New York. Ohne das Mädchen, so sagt es die Legende, wäre der Krieg an diesem Tag möglicherweise von den Briten gewonnen worden.

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