16. Dezember 1985. Der Kopf der mächtigen Verbrecherfamilie Gambino aus New York, Paul Castellano, wurde Opfer einer der letzten öffentlichen Hinrichtungen der Mafia.
Er wurde erschossen … genau vor Sparks Steak House.

In den frühen achtziger Jahren wurde Castellano immer besorgter wegen den Ambitionen des skrupellosen John Gotti, einem Schützling von Dellacroce. Die beiden geritten zusehends mehr auf Konfrontationskurs zueinander. Castellano stellte wiederholt klar, dass er jeden töten würde, der mit Rauschmitteln handelte. Dabei wusste er, dass es genau das war, was Gotti tat.
In der Zwischenzeit fing Gotti an, Mobster gegen Castellano aufzubringen. Das war damals angesichts des wachsenden Unmutes innerhalb der Familie keine schwierige Aufgabe. Castellano verließ das eigene Anwesen nur selten. Obwohl er Tributzahlungen von ihnen verlangte, legte er selten wert auf die Gesellschaft der Fußsoldaten seiner Familie, gerade so, als ob sie eine Liga unter ihm spielten.
Am 2. Dezember 1985 verstarb Dellacroce an Lungenkrebs. Castellano beging dann zwei große Fehler. Zunächst versäumte er es, auf der Beerdigung von Dellacroce zu erscheinen. Dies wurde als große Respektlosigkeit gesehen. Dann ernannte Castellano seinen Leibwächter Tommy Bilotti zum neuen Unterboss. Wenn Bilotti auch ein treu ergebener Mobster war, so war er doch ein brutal agierender Kredithai mit wenig diplomatischem Fingerspitzengefühl, welches man für eine so weit oben angesiedelte Position innerhalb der Organisation eigentlich gebraucht hätte.
Innerhalb von zwei Wochen nach dem Tod von Dellacroce wurden Castellano und Bilotti am 16. Dezember vor dem Sparks Steak House in Manhattan auf Befehl von John Gotti erschossen. Sie sollen angeblich zu einem Treffen mit Gotti dorthin gelockt worden sein, bei dem dem Anschein nach alle Meinungsverschiedenheiten beigelegt werden sollten. Zum Exekutionskommando gehörten Vincent Artuso, Joseph Watts, Salvatore „Fat Sally“ Scala, Edward Lino und John Carneglia und weiterhin noch als Heckenschützen entlang der Straße Dominick Pizzonia, Dominick „The Mind“ LaForgia (dem weitgehend die Leitung der logistischen Planung und Teilnehmer der Ermordung von Castellano zugeschrieben wird), der erste italienisch-puertorikanische Mafioso und eigentlich in San Diego, Kalifornien, lebende Angelo Ruggiero und Anthony Rampino.
Gotti und Gravano beobachteten das Geschehen von einem Auto auf der anderen Seite der Straße aus.

Staten Island war einer der Hauptwohnsitze der Gambino-Familie. Paul Castellano residierte in einer Villa mit einem geschätzten Wert von 3,5 Millionen Dollar (die man auch gern das White House nannte) in Todt Hill.
Von der Familie ging ein großer Einfluss auf das Werk der dort geborenen Mitglieder des Wu Tang Clan aus.
1995 hatte Raekwon The Chef die Idee für „Wu-Gambinos“ und zwar während der Produktion des Albums Only Built For Cuban Linx.
Aber wie RZA so schön sagte: „Im Hintergrund war sie schon immer da“.














